#wirmachenweiter – Begegnung mit Abstand

In der Bund-Länder-Einigung vom 06. Mai wurden die Kontaktbeschränkungen bis zum 05. Juni 2020 verlängert und es wurden weitere Öffnungsschritte unter Schutz- und Hygieneauflagen verabredet. So ist u.a. der Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wieder erlaubt, über die schrittweise Öffnungen von Kultureinrichtungen entscheiden die Länder.

Da Soziale Arbeit jenseits von Kindertagesbetreuung und damit auch Nachbarschaftshäuser und Selbsthilfe i.d.R. nicht in den Länderverordnungen aufgeführt werden, ist eine enge Abstimmung mit den Kommunen und dort insbesondere den Gesundheitsämtern zu empfehlen. Oft finden sich jedoch Regelungen, die analog auf die Aktivitäten in Nachbarschaftshäusern angewendet werden können.

Weiterhin sollten wir jedoch als Nachbarschaftshäuser und Selbsthilfe-Kontaktstellen besonders verantwortlich mit der schwierigen Lage umgehen. Bis ein Impfstoff vorhanden und geimpft wurde ist Covid19 eine für viele Menschen lebensbedrohliche Krankheit, die sich sehr schnell im persönlichen Kontakt verbreitet. Es ist also auch jetzt noch Kreativität und viel Beziehungsarbeit mit Abstand gefragt, um Begegnung und Nachbarschaftsarbeit sowie die Arbeit der Selbsthilfe-Kontaktstellen auf Abstand weiter fortzuführen, Kontakte aufrecht zu erhalten, Nachbar*innen und Aktive in der Selbsthilfe bei der Bewältigung der Lage zu unterstützen und entsprechende Netzwerke zu aktivieren.

Erste Öffnungsschritte für Nachbarschaftshäuser und Selbsthilfekontaktstellen
Die ersten Aktivitäten, die in Nachbarschaftshäusern unter strenger Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen wieder aufgenommen werden können, sind daher

  • 1 zu 1 Beratungen (auch Hausaufgabenhilfen etc.),
  • Sport- und Gruppenangebote im Freien (unter Beachtung der jeweils in den Ländern gültigen maximalen Personenanzahl)
  • sowie Gesprächsgruppen in Räumen (auch Kreativ- oder Musikgruppen, in denen Abstand gewahrt werden kann, aber keine Chöre, kein Sport, kein Verzehr von Lebensmitteln).

Folgende Aktivitäten, die oft in Nachbarschaftshäusern stattfinden, sind in der 6. Verordnung des Landes Berlin zur Eindämmung des Corona-Virus unter Einhaltung des Mindestabstandes und der Hygienevorschriften als Ausnahme von den Kontaktbeschränkungen aufgeführt:

  • Ehrenamtliche Tätigkeit in Gemeinschaftsgärten (§3 Abs 2 Nr 2)
  • Familiengruppen im Freien (§3 Abs 2 Nr 4)
  • Familiengruppen drinnen mit Kindern aus immer denselben maximal drei Haushalten (§12 Abs. 10)
  • Selbsthilfegruppen (Veranstaltungen der Gesundheitsförderung, §4 Abs 2. Nr. 2)
  • Gremiensitzungen von Vereinen u.ä. (§4 Abs 2. Nr. 2)
  • Wichtige Familienfeiern bis 20 Personen (§4 Abs 2. Nr 3)
  • Versammlungen bis 50 Personen im Haus, die der politischen Meinungsbildung dienen (§4 Abs. 3)
  • Ausstellungen mit bis zu einer Person pro 10 m² (§ 5 Abs. 5)
  • kontaktfreie Sportausübung im Freien mit maximal 8 Personen (§7 Abs 2)
  • Musikgruppen mit maximal 5 Personen, Gesang und Blasinstrumente nur Einzeln (§12 Abs. 3)
  • Bildungsangebote für Erwachsene einzeln oder in Gruppen ohne Sport und ohne Verzehr von Speisen (§12 Abs. 6)

Weitere Empfehlungen für ein Schutzkonzept und die Umsetzung der Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen finden sich als Download.